Lest selbst was der nette Herr vom BDK von sich gibt:
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) hat seine Forderung nach Internetsperren im Kampf gegen Kinderpornografie im Netz bekräftigt. “Ob Sperren oder Löschen – das ist nur eine ideologische Frage“, sagte der stellvertretende BDK-Bundesvorsitzende Wilfried Albishausen der Nachrichtenagentur. [...] “Ich verstehe nicht, warum das Gesetz nicht angewendet wird”, sagte Albishausen. Der BDK spreche sich dafür aus, Webseiten mit kinderpornografischen Inhalten zu sperren, bis diese gelöscht werden oder wenn eine Löschung nicht möglich ist. “Es bedarf eines hohen Maßes an krimineller Energie, eine Sperre mit einem Hinweis – beispielsweise in Form eines Stoppschilds – zu umgehen”, sagte Albishausen. Die Warnung von Kritikern vor einer “ungezügelten Zensur” wies er als “fadenscheinige Begründung” zurück.
Es bedarf auch ein hohes Maß an Kriminalität bei einem Stoppschild an einer Kreuzung keine 3 Sekunden zu warten. Ein bisschen länger dauert es da schon seinen PC gegen Websperren immun zu machen ca. 20-30 Sekunden nämlich, wie man auf unter anderem auf YouTube (Suche: “Websperren umgehen”) ausführlich sehen kann. Der Artikel (oben) in ganzer Form ist auf der Seite rp-online.de zu finden.
So was aber auch, wer hätte gedacht, dass Löschen statt Sperren der richtige Weg ist… Jetzt müssen sie sich nur noch dran halten!
Der Kulturausschuss des EU-Parlaments spricht sich in einem Berichtsentwurf (PDF-Datei) zum Vorstoß der EU-Kommission zur Blockade von Abbildungen sexuellen Missbrauchs für das Prinzip “Löschen statt Sperren” aus. Der Entwurf, der durch den Kulturausschuss noch abgeändert werden kann, plädiert für die Streichung des Artikels zu Netzsperren. “Wir wissen aus langwierigen Debatten in Deutschland, dass Websperren und Filter-Software gegen die Darstellung von Kindesmissbrauch im Internet nichts nutzen”, erläutert die SPD-Abgeordnete Petra Kammerevert als zuständige Berichterstatterin.
Der Artikel überschneidet sich zum Teil mit der Meldung von Gestern. Finden kann man den Artikel auf heise.de.
Laut BKA benötigt man dringend Websperren, weil das löschen von Kinderpornographie nicht funktioniert.
Man hat sogar eine Studie gemacht …
Zum Glück hat die sich jemand angeschaut:
http://www.heise.de/tp/blogs/5/148025
Ein paar nette Zitate aus dem Artikel
Die Studie sagt im wesentlichen wenig aus, so fehlen beispielsweise (zumindest bisher) die Gründe dafür, dass die Seiten weiterhin online sind. Handelt es sich um Seiten, die in den jeweiligen Staaten legal sind? Nimmt die Ermittlung in den jeweiligen Staaten viel Zeit in Anspruch? Woran liegt es im Detail? Darüber schweigt die Studie sich bisher aus.
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Das vom BKA angewendete Verfahren zum Löschen von Kinderpornos umfasst derzeit in der Regel noch verschiedene Stufen. Die Polizeibehörde kontaktiert nach Hinweisen der deutschen Internet-Beschwerdestelle zunächst meist kooperierende Strafverfolgungsstellen in den ausgemachten Ländern oder das zentrale Netzwerk Interpol.
Update:
Sabine Leutheusser-Schnarrenberger unsere Bundesjustizministerin kritisiert das BKA auch
http://www.golem.de/1007/76493.html
Erst im Juni 2010 habe das BKA begonnen, auch mit Inhope zusammenzuarbeiten, so die Ministerin. Daher erwartet sie, dass gerade bei im Ausland gehosteten Seiten in Zukunft mit schnelleren Löscherfolgen zu rechnen ist: “Die kurze Laufzeit des neuen BKA-Arbeitsschwerpunktes ‘Löschen statt Sperren’ lässt sicher keine Rückschlüsse hinsichtlich der Effektivität zu.”
Darüber hinaus verweist Leutheusser-Schnarrenberger darauf, dass belastbare Zahlen “auch von den künftigen personellen Ressourcen” des BKA abhängen.
Zwei Folgen von South Park wurden neulich zensiert, weil Comedy Central wohl “nach Drohungen einer Islamistengruppe” nicht den Mut gehabt hat, alles im original auszustrahlen. Der Beweis dafür findet sich auf der Homepage southpark.de. An dieser Stelle möchte ich jedoch das vorbildliche Verhalten von southpark.de loben; dort sind (fast) alle South Park Folgen frei zugänglich.
Jetzt könnte eventuell eine Futurama Folge Aufsehen erregen. In letzter Zeit kam es nämlich nicht nur bei Comedy Central zu Zensuren, auch Apple mischt fröhlich mit. “Politische Cartoons des Pulitzer-Preisträgers Mark Fiore, der Opera-Browser, die Aktionskunst-Anwendung “I Am Rich”, verschiedene Google-Apps, der Literaturklassiker Moby Dick, Bildzeitungs-Brustwarzen und Aldi-Werbebilder” wurden kurzer Hand für Appleprodukte eingeschränkt zur Verfügung gestellt oder unzugänglich gemacht.
Die angesprochene Futurama Folge ist neu und sehr Apple kritisch. Sie macht sich über Apple-Kunden und Produkte wie das “eyePhone” lustig. Sicher eine gute Folge, die ich mir noch ansehen werde. Weitere Hintergründe zur Futurama-Apple-Folge findet ihr auf telepolis.
Was soll man davon halten, dass in der heutigen Medienwelt immer mehr durch Unternehmen zensiert wird?
http://www.golem.de/1007/76235.html
Erster einen dringenden Appell an die anwesenden Politiker: “Machen sie nichts. Machen sie keine neuen Gesetze.” Die Marktregulierung sei formal unbrauchbaren Gesetzen wie dem Zugangserschwerungsgesetz mit dem Kern der Internetsperren vorzuziehen, sagte Hoeren.
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Kuhlen sagte an die Adresse der Politik: “Im Urheberrecht haben sie eine katastrophale Kommerzialisierung des Wissens geschaffen.”
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Völlig nutzlose Stoppschilder, wie sie die ehemalige Familienministerin Ursula von der Leyen einführen wollte, sollten schnell wieder vergessen werden, sagte Müller-Lietzkow
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Auch Lars Hinrichs, der Gründer von Politik Digital und Xing, nannte Internetsperren populistisch. Nötig sei es, international zusammenzuarbeiten, um Missbrauchsdarstellungen aufzuspüren und wirksam zu löschen.
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Digitale Informationen müssten zudem frei sein, davon dürfe es nur ganz wenige Ausnahmen geben.
http://www.golem.de/1006/76058.html
Finde ich eine tolle und wichtige Idee!
Leider wird das bei den derzeitigen EU-Plänen zu Vorratsdatenspeicherung und Zensur vermutlich nicht lange funktionieren …
http://reaktanz.de/blog/?e=109
Ein schöner argumentativer Rundumschlag gegen die Möchtegern-Zensoren
gute argumente. NICHT.
grad war ich noch mit einer fsfe-delegation beim deutschlandradio, um eine torte für ihren stream im ogg-vorbis-format zu überreichen (hessen hat da offenbar noch nachholbedarf), da muß ich leider schon wieder einen beitrag inhaltlich bemängeln.
es handelt sich zwar “nur” um einen kommentar von stefan tomik (frankfurter allgemeine zeitung, wir bleiben also in hessen). aber dieses plädoyer für netzsperren ist argumentativ glaube ich das schwächste, was mir seit 1997 durch diesen sender zu ohren gebracht wurde. versuchen wir es mal als dialog:
Frau Malmström sei “eine Gefahr für die Demokratie”, wurde gemutmaßt. Sie plane “die Installierung eines Überwachungs- und Löschapparates nach chinesischem Vorbild”. Andere behaupteten gar, es gäbe im World Wide Web gar keine Kinderpornografie. Es sei “alles eine unglaubliche Lüge”.ich glaube, da liegt eine verwechslung vor. von der leyen hatte im wahlkampf einen millionenmarkt für kinderpornos an die wand gemalt. von diesem markt fehlt bis heute jede spur. aber offenbar ist eine irreführende ministerin nicht so kritikwürdig wie personen, die sie darauf ansprechen.
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http://reaktanz.de/blog/?e=109
Bestimmt man wirklich mit der Fernbedienung das Programm? Ist das, was ich da sehe, eine unabhängige Berichtserstattung? Pressefreiheit?
NEIN!
Tatsächlich muss man unter den 77 Fernsehratsmitgliedern lange suchen, bis man welche findet, die nicht einer der etablierten Parteien angehören oder wenigstens nahestehen.
Immer tiefer verstricken sich die PolitikerInnen in die öffentlich Rechtlichen und verlieren dadurch weiter ihre Unabhängigkeit. Politiker raus aus den Gremien.
Einen Artikel zum Thema findet ihr auf Telepolis.
Weil die Schulbücher des Cornelsen-Verlags nicht christlich genug sind, werden sie jetzt geändert. So behütet man die bayrische Jugend vor diesen ach so teuflischen Schriften, die eventuell für eine Reflektion der eigenen Religion bitter nötig wären, aber nach Artikel 131 der bayrischen Verfassung verboten sind. Warum es nicht sofort zu Bücherverbrennungen vor Ministerien und Schulen gekommen ist, bleibt fraglich…
Ein ausführlicher Artikel, der auch in die Tiefe geht, gibt es auf scienceblogs.de.
Laut MOGIS findet eine Anhörung statt, in der Opferzahlen und technische Abwehrmechanismen beleuchtet werden.
Passender Titel:
und ich dachte immer, das da echte Kinder von echten Menschen im echten Leben missbraucht werden.
Findet aber wohl alles im großen bösen Internet statt.
http://mogis-verein.de/2010/06/24/anhorung-in-der-evp-fraktion-am-1-juli/